Der Jahrgang 2017 in Österreich im neuen BBJ-Wein Newsletter!

Grund zum Feiern

Allen Wetterkapriolen zum Trotz wird’s wohl ein sensationelles Jahr, nicht überall, aber doch in weiten Teilen des Landes. Die Erntemenge liegt mit 2,6 Mio. hl um ca. 20 % über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Allein das beruhigt eine große Schar an Weinbautreibenden, denn damit werden die Weinlager wieder einmal aufgefüllt, die in den letzten Jahren durch Ertragseinbußen dahingeschmolzen sind. Eines der ganz wenigen Länder der Welt konnte Österreich im abgelaufenen Jahr einen Anstieg in der Produktion verzeichnen. Das ist zwar im internationalen Vergleich bedeutungslos, denn unsere Gesamtproduktion ist nicht einmal so groß wie die Ernteeinbußen in Frankreich alleine, freut aber den geschäftstüchtigen Winzer, denn mit der Überschussmenge lassen sich die Verluste in machen Märkten leichter zurückerobern.

Viel wichtiger als die größere Menge ist aber die Tatsache, dass die Qualität des eingebrachten Traubengutes in den meisten Teilen des Landes herausragend war. Und selbst in den Gebieten, in denen die Einbußen in Menge und Güte durch die sommerliche Trockenheit vereinzelt für Frustration gesorgt haben, nämlich im Weinviertel, in Carnuntum und in Teilen des nördlichen Burgenlands, konnte man ob der Hochwertigkeit des gelesenen Materials nach und nach das eine oder andere wehmütige Lächeln in den Gesichtern der Winzerinnen und Winzer erkennen.
Dem kältesten Jänner seit 30 Jahren folgte der heißeste März, seitdem Wetteraufzeichnungen geführt werden. Im April wieder kühl und sogar Frost, der aber deutlich besser weggesteckt wurde als im Jahr zuvor … Erfahrung ist eben alles. Ein warmer Mai und ein noch wärmerer Juni (nach 2003 der zweitwärmste seit über 250 Jahren) leiteten in zwei extrem niederschlagsarme Sommermonate über. Einem feuchten und kühlen September folgte ein „goldener“ Oktober, in dem die
zuvor mehrfach unterbrochene Lesetätigkeit weitgehend abgeschlossen werden konnte.
Aufgrund der sehr guten bis ausgezeichneten Qualität konnte die Obergrenze für den Hektarertrag von Qualitätsweintrauben um ganze 20 % erhöht werden, wodurch viele Betriebe den Ernteausfall des Vorjahres teilweise wettmachen, so mancher diesen sogar mehr als kompensieren konnte.
Raunzen und Wehklagen sind also keinesfalls nötig oder gar angebracht. Wenn Menge und Qualität auf Top-Niveau liegen, ist – im Gegenteil – also schon wieder mal von einem „Jahrhundertjahrgang“ auszugehen … der wievielte allein in diesem Jahrhundert? (Quelle: bbj)

Und hier der ganze BBJ-Wein Newsletter 2018_2: BBJ Wein-Newsletter 2018_02

"Die Welt gehört dem, der sie genießt."

- Leopardi
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