Weingut Heinrich Hartl

Interview von Andreas Hamedinger (AH) mit Winzer Heinrich Hartl (HH):

Die Thermenregion ist bekannt für seine vinophile Vielfalt. Doch wohin wird sich die Region in den nächsten Jahren entwickeln? Winzer Heinrich Hartl aus Oberwaltersdorf dazu im Interview.

 

AH: Wie wird es in der Thermenregion weiter gehen?

HH: Ich gehe davon aus, dass es einen klaren Fokus auf die gebietstypischen Leitsorten Rotgipfler und Zierfandler sowie St. Laurent und Pinot Noir geben wird – vor allem bei den Leitbetrieben im Gebiet.

 

AH: Auf welches Pferd setzen sie im Weingarten und im Keller? Tradition oder Fortschritt? Und warum?

HH: Sowohl als auch – beides ist möglich und macht für mich persönlich Sinn.

 

AH: Sie produzieren Traminer, Rotgipfler sowie Zierfandler? Sind diese Weißweinsorten überhaupt noch modern und gefragt?

HH: Für mich geht es hier nicht um die Frage ob Sorten modern sind – viel wichtiger ist was macht uns einzigartig und worin sind wir überdurchschnittlich gut – und dass ist bestimmt bei diesen genannten Weißweinsorten der Fall. Natürlich müssen wir aktiv diese Weine am Markt präsentieren und Konsumenten dafür begeistern.

 

AH: Kommen diese Weißweine eher bei heimischen oder ausländischen Genießer an?

HH: Sowohl als auch – das interessante für mich – mit diesen Weinen hat man im In- und Ausland oft den „Aha“ Effekt – kannte ich gar nicht – wie gibt es denn das, denn die Weine sind außerordentlich gut!

 

AH: Beim Rotwein setzen sie unter anderem auf Pinot Noir. Warum?

HH: Unser Weinbaugebiet hat eine lange Tradition mit dieser Sorte, bereits im 12. Jahrhundert brachten Zisterziensermönche Pinot Noir Reben aus der Burgund zu uns und kultivierten sie, seitdem gibt es diese Sorte bei uns im Gebiet. Unsere Böden und unser Klima sind hervorragend für diese so anspruchsvolle Sorte geeignet und die Weine haben auch im internationalen Vergleich ein Top Qualitätsniveau.

 

AH: Ist der Pinot Noir eine Rebsorte, die sich in der Thermenregion wohlfühlt?

HH: Definitiv!

 

AH: Wenn sie an ihre Pinot Noirs denken. Was unterscheidet sich von anderen Regionen in der Welt?

HH: Das ist eine häufig gestellte Frage – ich beschreibe unsere Pinot Noirs von ihrer Art her gerne als Weine aus der alten Weinwelt mit einem stilistisch klaren Touch von der Neuen Weinwelt – soll heißen die Trauben kommen aus einem Anbaugebiet, dass es seit Jahrhunderten gibt und wir befassen uns intensiv mit neuen Erkenntnissen in der Bewirtschaftung und Weinbereitung und wenden diese gerne an, wenn sie unseren Reben und Weinen gut tun.

 

AH: Sie erzeugen auch Sekt. Warum und seit wann?

HH: Da wir selbst auch gerne Sekt trinken, der aus den Sorten, wie wir sie auch anbauen gemacht wird – Pinot Noir, und es seit 2008 eine Abrundung unsers Sortiments.

 

AH: Ihr Sekt wird nach der traditionellen Methode erzeugt. Wissen die Konsumenten diesen Aufwand/Preis überhaupt zu schätzen?

HH: Meine Erfahrung ist jene, dass nicht sehr viele Konsumenten wissen, dass Sekt auch anders als mit Flaschengärung hergestellt werden kann, und das sehr preiswerte Sekte im Supermarkt auf einfachere Art und Weise als mit der Flaschengärung produziert werden. Sie schätzen das gute Produkt, dass sie zumeist verkostet haben, und sind dann bereit den Preis dafür zu bezahlen, den wir verlangen.

 

AH: Ihr schönstes und vielleicht auch schrecklichstes Weinerlebnis?

HH: Hier kann ich mich nicht festlegen – ich hatte schon sehr viele schöne Weinerlebnisse und freue mich auf die zukünftigen.

 

Weingut Heinrich Hartl III

Trumauerstraße 24, 2522 Oberwaltersdorf
Tel. +43 664 212 45 89
Tel. +43 2253 6289

www.weingut-hartl.at/

E-Mail: officeweingut-hartl.at

(Fotocredit Beitragsbild: @Anna Stöcher)

"Die Welt gehört dem, der sie genießt."

- Leopardi
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