Entschleunigung in Bad Hofgastein – Das Goldberg

Entschleunigung in Bad Hofgastein

Ich bin mit dem Zug in Bad Hofgastein angekommen und freue mich auf einige erholsame Tage im Salzburger Kurort. Am Bahnhof werde ich vom Shuttle des Hotels „Goldberg“ abgeholt. Der Fahrer stammt aus Amstetten. Während wir die schmale Straße hinauf zum Hotel fahren, erzählt er von seinem Umzug ins Gasteinertal.

„Ich bin wegen der Ruhe, der Familie und natürlich auch wegen der Natur hierhergekommen“, sagt der Niederösterreicher. Viel Gepäck haben wir nicht dabei – das bringt den Chauffeur zum Lachen. Ich denke mir: recht hat er. Badehose und Wanderschuhe müssen reichen. Mehr Zeit zum Sinnieren bleibt allerdings nicht, schon sind wir an der Reihe, um einzuchecken.

Heute funktioniert ja – leider – vieles schon ohne das klassische Anmeldeformular aus Papier. Ich gebe zu, ich bin kein großer Freund dieser elektronischen Geräte, in die man seine Daten eingibt. Doch ein Kampf gegen Windmühlen bringt nichts, und so werden die Formalitäten auf diesem Weg erledigt. Erfreulich bodenständig geht es anschließend weiter: Eine der Rezeptionsdamen lädt zu einem Willkommensdrink ein. Das Glas Sekt lässt einen die Anspannung des Alltags rasch vergessen, und nachdem es geleert ist, bittet man uns zu einem kleinen Rundgang.

„Hallo, ich bin Anne und freue mich, Sie durchs Hotel zu führen. “Zuerst geht es in den Speisesaal. Mir wird erklärt, wann man zum Abendessen beziehungsweise zum Frühstück erscheinen kann. Alles wirkt durchdacht und stimmig. Für mich fast noch interessanter ist allerdings der Abstecher zur Bar. Nein, es ist noch zu früh für den einen oder anderen Drink, doch der Feinschmecker in mir freut sich über ein nicht zu unterschätzendes Detail.

„In unserem Haus wird der Kaffee selbst geröstet. Hier sehen Sie die Röstanlage“, erklärt Anne, die aus dem deutschen Burghausen stammt. Die Leidenschaft für guten Kaffee bestätigt sich wenige Minuten später. Im geräumigen Zimmer erwarten mich – neben einer großzügigen Teeauswahl – auch eine French Press, die sofort zum Einsatz kommt. Während ich den kräftigen, leicht süßen Koffeinkick genieße, nehme ich auf der großzügigen Terrasse Platz, die ebenso wie der Kamin zum Zimmer gehört. Unten im Tal zieht der Nebel langsam den Hang hinauf. Ein Naturschauspiel der Extraklasse – vielleicht nicht der Tafelberg in Südafrika, aber dennoch ein beeindruckender Moment.

Anne hat mir jedenfalls Lust auf Wellness gemacht. Mal sehen, ob das, was angekündigt wurde, auch hält, was es verspricht. Zunächst besuche ich den Gold.Stollen im Nature’s Spa. Rund 20 Tonnen Naturstein umgeben mich – Steine aus dem Zentralmassiv der Hohen Tauern, roh, massiv, jahrtausendealt. Gemeinsam mit mächtigen Baumstämmen formen sie einen Raum, der weniger gebaut wirkt als vielmehr gewachsen. Ein Highlight, das sich nicht aufdrängt, sondern sanft einhüllt.

Bei 42 Grad, beheizt mit Energie aus der Erdwärme, entfaltet sich eine gleichmäßige, beruhigende Wärme. Die hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt die Wirkung: Muskeln lösen sich, der Atem wird tiefer. Nach kurzer Zeit stellt sich eine nachhaltige Tiefenruhe ein – ruhig und regenerierend. Mir gefällt das sehr. Doch etwas anderes gefällt mir noch besser, das gebe ich offen zu.

Nach einer kurzen Ruhephase ziehe ich einige Runden im Infinity Pool. Zusammen mit der frischen Bergluft sorgt das mild warme Wasser für ein Gefühl von Freiheit und Loslassen, gepaart mit Behaglichkeit und Entschleunigung. Zurück im Zimmer verlängere ich den erholsamen Aufenthalt. Ich entzünde das bereits vorbereitete Holz im Kamin. Beinahe hätten es die knisternden Flammen geschafft, dass ich das Abendessen verschlafen hätte. Das wäre schade gewesen, denn das Dessertbuffet, das an diesem Abend das Dinner krönte, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Doch das ist eine andere Geschichte …

 

[Fotocredit: DAS.GOLDBERG_GuenterStandl]

 

[Fotocredit: Hamedinger]

Infos unter:

DAS.GOLDBERG

Haltestellenweg 23,

5630 Bad Hofgastein, Österreich

+43 6432 6444

www.dasgoldberg.at

"Die Welt gehört dem, der sie genießt."

- Leopardi
Das könnte Sie auch interessieren

Im neuen BBJ Wein-Newsletter: Auskünfte zum Corona Virus

Jetzt lesen

Interview mit Michaela Riedmüller vom gleichnamigem Weingut

Jetzt lesen